„Alle Elektro-Autos werden in Zukunft so aussehen“, erklärte Tesla-Chef Elon Musk und präsentierte das größte Druckgussteil der Welt beim „Tesla Battery Day 2020“. Er will die gesamte Fahrzeugkarosserie seiner kommenden Modelle erst aus wenigen und später dann aus nur einem einzigen Druckgussteil fertigen. Dazu braucht das Unternehmen hervorragend qualifizierte Ingenieure. „An der Hochschule Aalen könnte Tesla fündig werden“ zeigt ein kurzer SWR-Beitrag auf (ca. Min. 20:24 bis 24:56). Denn die Hochschule Aalen bildet Studierende im Druckgießverfahren aus und forscht u.a. in zwei SmartPro-Projekten an ressourcenschonenden intelligenten Technologien.

„Druckgussteile aus Aluminium- und Magnesiumleichtmetallen finden auch im Tesla der Zukunft Anwendung“, so Prof. Dr. Lothar Kallien, Leiter des Gießereilabors der Hochschule Aalen. „Das Druckgießverfahren ist der schnellste Weg von der flüssigen Schmelze zum fertigen Teil. In unserem Labor stehen allein drei Druckgießmaschinen für Lehr- und Forschungsvorhaben zur Verfügung“. Als Technologie für die Zukunft im Automobilbau wird im Gießereilabor im Bachelorstudiengang Maschinenbau/Produktion und Management und im Masterstudiengang Leichtbau praktisch gelehrt. 

Aktuell besteht eine Autokarosserie aus bis zu 100 Teilen, die nach dem Gießen in einem kosten- und energieintensiven Verfahren zusammengefügt werden. Teslas neue Konstruktionsmethode soll den Aufwand und die Produktionskosten seiner Fahrzeuge immens senken. Der US-Autohersteller will Modelle wie das neue Model Y mit seiner „Unibody Casting Machine“, der größten Druckgussmaschine der Welt, aus gerade einmal einer Handvoll Teilen fertigen. Tesla habe dazu eine neuartige Aluminiumlegierung entwickelt, die ohne Hitzeeinwirkung verarbeitet werden könne, so Musk. Als finaler Schritt soll das Verfahren eine Karosserie aus einem einzigen Stück fertigen, den „Tesla-Unibody“. 

Dazu werden gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte benötigt. Das Gießereilabor der Hochschule Aalen bereitet Ingenieure genau auf die Anforderungen zukunftsorientierter Unternehmen wie Tesla vor. Im Bereich der Forschung liegt der Schwerpunkt auf dem Gebiet des Druckgießens von Aluminium- und Magnesiumleichtmetallen. Im SmartPro-Impulsprojekt InDiMat beispielsweise werden sie als Multimaterialverbund mit carbon­faserverstärkten Kunststoffen (CFK) mit breitem Anwendungs­spektrum erforscht, im sog. Explorativen Projekt SurfPlus hingegen stehen trennmittelfreie und somit ressourceneffiziente Verfahren im Fokus.

Weitere Informationen: www.hs-aalen.de/gta 

Bildhinweis: © Hochschule Aalen | Sven Döring